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28 · 10963 Berlin · Tel: 030 / 2613389 · Die Rasterfahndung der anderen Art: Obwohl feststeht, daß der jetzige Geschäftsführer des Berliner Studentenwerks erst im Herbst diesen Jahres in den verdienten Ruhestand geht, wollte der Verwaltungsrat bereits im letzten Jahr - bevor sich der neue Senat konstituieren konnte - die personalpolitischen Weichen stellen. An die Auflage des Landesrechnungshofes, die ungerechtfertige finanzielle Gleichstellung in der Entlohnung zwischen dem Geschäftsführer des Studentenwerks und dem Universitätskanzler bei einer Neueinstellung zu revidieren, wollte sich das Senatsmitglied und Moderator des Verwaltungsrates und der Findungskommission, Herr Dr. Hempel, nicht gebunden fühlen. Die ISPA erinnerte nachhaltig an diese Auflage, die letztendlich auch befolgt wurde. So wurde im letzten Jahr schnell eine Findungskommission gebildet (der bezeichnenderweise nur ein studentisches Vorstandsmitglied angehörte): die Anzeigen wurden geschaltet, die eingegangenen Bewerbungen sortiert und systematisch ausgewertet. Allerdings war das Ergebnis relativ mager: Dem Verwaltungsrat wurden von über 120 eingegangenen Bewerbungen nur vier Kandidaten vorgestellt, von diesen vieren sprang einer ab, da waren es nur noch drei. Von diesen drei Kandidaten hatte der Senat noch einen eigenen Mann ins Rennen geschickt, allerdings nach Ablauf der Bewerbungsfrist. Das gefiel dem Vertreter des Personalrats nicht - da waren es nur noch zwei. Von den zwei Bewerbern hatte ein Kandidat sehr hohe finanzielle Erwartungen - und da war es nur einer, der es allerdings als langjähriges Mitglied im Vorstand des Studentenwerks versäumt hatte, sich als Fürsprecher der studentischen Interessen zu profilieren, so daß niemand übrig blieb und das Verfahren erneut angesetzt werden mußte. Unterdessen hatte sich auch der neue Senat konstituiert. Erneut wurden
die Anzeigen geschaltet und dieses Mal gingen 140 Bewerbungen ein. In
der Findungskommission war wieder nur ein studentisches Mitglied vertreten.
Entscheidend sind die Rasterkategorien, nach denen "gesiebt"
wurde. Eigentlich hätte erwarten werden sollen, dass die Suche nach
einem geeigneten Geschäftsführer von folgendem Fragenkatalog
ausgeht: Statt einen solchen Ansatz zu favorisieren, beließ es der Findungsausschuß bei einem äußerst dürftigen Rastermuster. Und so begnügte man sich, die Bewerbungen auf folgende Eignungsmerkmale zu untersuchen: - Führung größerer Personalkörper Vom Krisenmanagement, Lobbyarbeit, dem speziellen Kontextwissen keine
Rede! Ein Nachspiel der besonderen Art soll nicht unter den Teppich des Schweigens
gekehrt werden: Der Tagesspiegel hat ohne Autorisierung durch die Senatsverwaltung
die Stellenanzeige zwei mal gedruckt. Auf die zweite Anzeige haben sich
9 Bewerber beworben. Eine entsprechende Liste wurde der Findungskommission
am 03.04.02 vorgelegt mit der mündlichen Kommentierung, dass diese
Bewerbungen nicht fristgerecht eingegangen seien (Quelle: ein Mitglied
der Findungskommission). DENNOCH wurden diese Bewerbungen auf ihre Eignung
gesichtet! Allerdings hatte sich die Findungskommission bereits vor dem
26.03.02 auf einen Kreis von geeigneten Kandidaten verständigt. Ein
entsprechendes Schriftstück konnte die ISPA einsehen. Thomas Rudek Berlin, d. 04.06.02 |